Festakt zu 15 Jahre Niederbayern-Forum – Impulsvorträge von Ministern Christian Bernreiter und Hubert Aiwanger
Landau. Mit einem Festakt in der Stadthalle Landau und vielen hochkarätigen Gästen feierte das Niederbayern-Forum am Donnerstag sein 15-jähriges Bestehen. Rund 190 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, Institutionen und Verbänden verfolgten das abwechslungsreiche Programm des Abends, darunter neben Impulsvorträgen der beiden niederbayerischen Minister Christian Bernreiter und Hubert Aiwanger auch zwei von Christiane Allinger moderierte Podiumsgespräche sowie ein Auftritt von Kabarettist Django Asül. Musikalische Unterhaltung gab es von „Da Huawa und i“.

Zur „Nacht der Niederbayern“ begrüßte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich als Vorsitzender des Niederbayern-Forums die vielen „Macherinnen und Macher“, die tagtäglich Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen. Die Herausforderungen seien groß, etwa durch wirtschaftliche Transformation, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und geopolitischen Umwälzungen. „Aber gerade in solchen Zeiten zeigt sich die besondere Stärke Niederbayerns. Wer seine Stärken kennt und zusammenarbeitet, wird zu den Gewinnern des Wandels gehören“, so Heinrich und hob hervor, dass „Herkunft und Zukunft“ zusammengehören und sich gegenseitig bedingen.
Als stellvertretender Landrat des gastgebenden Landkreises Dingolfing-Landau gratulierte Josef Pellkofer und betonte, dass sich das Niederbayern-Forum zu einer Plattform entwickelt habe, die innovativ und traditionsbewusst zugleich sei, die Kräfte in Niederbayern bündele und mit Weitblick die Themen der Zukunft angehe. Der Landauer Bürgermeister Matthias Kohlmayer gab sich überzeugt, dass in jeder Veränderung eine Chance steckt und wünschte, dass „dieser Abend zu einem Möglichkeitsraum wird, der Lust auf Zukunft macht“.
Aufstieg Niederbayern war „Leistung der Leute“
Diese „Lust auf Zukunft“ und die niederbayerische Macher-Mentalität wurden an dem von Niederbayern-Forum-Geschäftsführer Dr. Reinhard Saller organisierten Abend immer wieder angesprochen und in der Landauer Stadthalle spürbar – auch als Landesbauminister Christian Bernreiter auf die einstige strukturschwache Region mit 25 Prozent Winterarbeitslosenquote zurückblickte. „Niederbayern hat sich zu einer Aufsteigerregion entwickelt, die heute mit 3,7 Prozent die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in ganz Bayern hat.“ Dieser Aufstieg sei kein Selbstläufer gewesen, sondern „die Leistung unserer Leute in Niederbayern, der fleißigen Mitarbeiter und der starken Unternehmer“.
„Wie Niederbayern Heimat schafft“ war die zentrale Frage der ersten Podiumsrunde mit Kabarettistin Lisa Fitz, Skisprung-Weltmeister Severin Freund, der Vilsbiburger Bürgermeisterin Sibylle Entwistle, TVO-Vorsitzender Dr. Michael Braun und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Für Lisa Fitz ist die Sprache zentral, während Severin Freund es als charakteristisch bezeichnete, dass der Niederbayer „mehr macht und nicht so viel darüber redet“.
„Niederbayern sind noch hungrig und wollen, dass was weitergeht“
Dieses Anpacken habe die Region auch im Tourismus an die Spitze gebracht, wie Dr. Braun hervorhob. „Wir haben einen extremen Wandel geschafft.“ Nirgends in Deutschland gebe es eine Spitzenhotellerie wie hier. Das führt Olaf Heinrich darauf zurück, dass „die Niederbayern noch hungrig sind und wollen, dass was weitergeht“. Vilsbiburg ist Mitglied im Niederbayern-Forum und die Bürgermeisterin der Stadt, Sybille Entwistle, verdeutlichte ,dass Gemeinschaft und Sicherheit wesentlich für das Heimatgefühl seien – und dafür sorgen viele anpackende Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen. „Für kein Geld der Welt gehe ich hier wieder weg“, war das Resümee der ehemaligen Oberbayerin Lisa Fitz.
Bevor es in die Pause ging, teilte Kabarettist und Niederbayern-Botschafter Django Asül seine Gedanken mit den Gästen. Seine eigene Interpretation der Geschichte Maltas sollte zeigen, wie man auch in Niederbayern die Chancen erkennen und zupacken sollte.
Bei der zweiten Podiumsrunde ging es um die Frage, wie Niederbayern Zukunft schafft“ – Antworten darauf fanden Alfred Gaffal (Ehrenpräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Niederbayern-Botschafter), Christoph Schröder (Leiter BMW Group Werk Dingolfing), Thomas Hierbeck (Obermeister der Schreinerinnung Deggendorf), Prof. Dr. Veronika Fetzer (Vizepräsidentin der Technischen Hochschule Deggendorf) und Dr. Fritz Audebert (Gründer und CEO ICU.Net). Zentral waren die Themen Geschwindigkeit und Innovationsgeist. In Unternehmensgründungen, egal ob High-Tech-Start-up oder Handwerksbetrieb, wolle man insgesamt „mehr Spirit“ reinbringen. Veronika Fetzer appellierte am Schluss: „Lasst uns Mut und Lust machen auf Unternehmertum. Pack ma’s an!“
„Dieser Erfolg war hart erarbeitet“
Auf die „sagenhafte Erfolgsgeschichte“ der Niederbayern verwies der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und betonte, dass man sich auf dem Erreichten nicht ausruhen dürfe, denn dieser Erfolg ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war hart erarbeitet. Die Unternehmer hätten ein gutes Gespür für die Zukunft, weshalb man sie einfach machen lassen sollte, anstatt allzu viel staatlich zu verordnen. Gerade bei Themen wie Energie, Robotik und Automatisierung würde sich aktuell viel bewegen.
Nach einem kurzen Einblick in den neuen Niederbayern-Film schloss Regierungspräsident Rainer Haselbeck als 2. Vorsitzender des Niederbayern-Forums den Abend ab. Mit 15 Jahren sei das Niederbayern-Forum wie ein Teenager: hungrig auf das Leben und mit Lust auf die Zukunft. „Das ist ein gutes Alter und ich wünsche mir, dass Niederbayern genauso ist: innovativ, mutig und manchmal vielleicht auch ein bisschen unvernünftig.“ So klang zur Musik der Bodenmaiser Hofmarkmusikanten die „Nacht der Niederbayern“ mit vielen Begegnungen und interessanten Gesprächen aus.